Mixed Martial ArtsSportarten

Ein echter Kämpfer im Käfig: MMA-Fighter Andreas Hasselbacher

Andreas Hasselbacher MMA

96 Sekunden Kampf mit harten Bandagen. 96 Sekunden Anstrengung, Schweiß und kräftezehrendes Duell – und dann kam der Salto. In nur 96 Sekunden schlug Andreas Hasselbacher aus Nürnberg in seinem vergangenen Kampf seinen Gegner, den Österreicher Christian Lochner, ehe er seinen Sieg mit einer akrobatischen Einlage feierte.

Andreas Hasselbacher aus Nürnberg ist Mixed-Martial-Arts-Kämpfer. Ein Sport, der für Außenstehende erst einmal brutal wirkt. Harte Schläge mit dem Ellenbogen gegen den Kopf, gerne auch mal viel Blut und Phasen, in denen die Kämpfer sich minutenlang am Boden um die bessere Position zanken. Doch hinter der rauhen Fassade steckt ein vielschichtiger Kampfsport, bei dem es eben nicht um rohe Gewalt geht. MMA ist ein Hybrid verschiedener Disziplinen mit Elementen aus Kickboxen, Muay Thai oder Ringen. Der Sport hat mit vielen Vorurteilen zu kämpfen. Zu brutal, zu hart, zu roh seien die Kämpfe im Octagon.

Weite Kluft zwischen Vorurteilen und Realität

“Ultimate Fighting ist keine Sportart, das ist ein Brutalo-Event und gehört verboten”, sagte Box-Experte Werner Schneyder einst in einem Interview der Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Seit Jahren kämpft die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (BLM) darum, MMA aus dem Fernsehen zu verbannen. Phasenweise sogar mit Erfolg: Jahrelang durften Fights der Ultimate Fighting Championship (UFC), der Königsklasse des MMA, nicht in Deutschland übertragen werden. Inzwischen laufen Events der weltweit größten Promotion zumindest zeitversetzt auf ProSieben Maxx. Ein Schritt in die richtige Richtung, ist der Sport doch vom hohen Respekt und der Fairness, mit der sich die Kämpfer gegenüberstehen, geprägt.

Wer sich mit Kämpfern wie Andreas Hasselbacher befasst, erkennt schnell, dass hier kein von Wut zerfressener junger Mann seine Gewaltfantasien auslebt. Der 21-Jährige feierte im Mai 2016 sein MMA-Debüt beim Kampf-Event “Aggrelin 12” im Nürnberger Löwensaal. Damals bezwang er den Österreicher Daniel Stampfl nach einem souveränen Auftritt. In seinem zweiten Kampf bei “Aggrelin 13” in München folgte eine Niederlage gegen Arif Koyuncu aus Deutschland. Ein Duell mit dem Spanier Kevin Daniel Delgado musste Hasselbacher 2017 verletzungsbedingt absagen. Es wurde ruhig um das Kampfsport-Talent.

Hasselbacher und das schwere Jahr 2017

“Es hatte einfach so sein sollen. Hätte ich letztes Jahr kämpfen sollen, hätte ich es getan”, blickt der Franke auf das für ihn sportlich harte Jahr 2017 zurück. Ein angebrochener Fuß, ein angerissener Meniskus. Verletzungen warfen ihn immer wieder aus der Bahn und ließen keine Kämpfe zu. “Es hat mich schon irgendwo ein bisschen fertig gemacht”, gibt der eigentlich aus Wilhermsdorf stammende Youngster zu. Dennoch gab Hasselbacher nicht auf und arbeitete weiter an sich. Bei seinem Comeback waren es nur jene 96 Sekunden, die er benötigte, um sich eindrucksvoll zurückzumelden. “Es ist so gelaufen, wie wir es vor hatten”, erklärte der Fighter im Interview nach dem Kampf.

Hasselbacher trainiert weiter intensiv und möchte das Pannenjahr 2017 vergessen machen.  Zwei weitere Einsätze im Rahmen der in Süddeutschland populären Aggrelin-Reihe winken ihm noch in diesem Jahr. Zumindest, wenn die Gesundheit diesmal mitmacht. “Ich lasse es einfach auf mich zukommen”, weiß der bodenständige Hasselbacher um das hohe Gut der Verletzungsfreiheit. Und vielleicht lässt es der 21-Jährige ja noch zweimal krachen in diesem Jahr.

Beitragsfoto: © Lisa Scholz

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