Tischtennis

Manuel Hoffmann: Deutschlands jüngster Tischtennis-Lizenztrainer

Er hat sein Hobby zum Beruf gemacht. Manuel Hoffmann aus Neumarkt ist Deutschlands jüngster Tischtennis-Trainer mit A-Lizenz.

Den Bachelor hatte Manuel Hoffmann in der Tasche. Und was nun? Nach seinem BWL-Abschluss zog es den 24-jährigen Neumarkter nach München. Doch nicht etwa in ein Büro, sondern an die Tischtennisplatte. Als hauptberuflicher Trainer.

Jogginghose, Trainingsjacke und Sneaker. Ein sportlicher Typ ist er definitiv, dieser Manuel Hoffmann. Aber das Gen liegt ja quasi in der Familie. Papa, Bruder und Schwester – alle sind sie dem hölzernen Tischtennisschläger angetan und auch Mama Renate kümmert sich im Verein um alles Organisatorische. Für die großen Sporterfolge in der Runde steht aber vor allem der jüngste Spross Manuel.

Manuel Hoffmann: Zum Profi hat es nicht gereicht

Schon mit fünf Jahren blickte er seinem Vater bei Heimspielen des ASV Neumarkt über die Schulter. „Natürlich spielt man dann auch mal.“ Dass der heute 24-Jährige aber die anspruchsvolle Kombination aus Schnelligkeit und Ballgefühl schnell verinnerlichte, sprach sich schnell herum. Schon nach wenigen Jahren kamen die ersten Verbandssichtungen. Irgendwann stieg das Tischtennis-Ass sogar in die letzte Sichtungsstufe des deutschen Kaders auf. „Da war ich aber nicht vorne dabei, weshalb für mich mit 13 klar war, dass ich kein Profi werde.“

Doch diese Erkenntnis hatte den Ehrgeiz des studierten BWLer kaum gemindert. Im Gegenteil: Schon in der 2. Bundesliga stellte er beim TV Hilpoltstein seine Fertigkeiten unter Beweis. Auch einen bayerischen Vizemeistertitel im Doppel (Herren), sowie die Süddeutsche Meisterschaft (Schüler) darf sich Hoffmann ans Revers heften. „Ich habe eigentlich jeden Tag den Schläger in der Hand“, erzählt er.

Jüngster A-Lizenztrainer Deutschlands

Doch das Feilen am eigenen Spiel gerät immer mehr zur Nebensache. In Starnberg gelang dem Oberpfälzer nun der Aufstieg in die Oberliga. Das Interesse hat sich beim 24-Jährigen immer mehr in Richtung Trainertätigkeit verschoben. Einst finanzierte er sich so sein Studium, mittlerweile ist er im Besitz der höchsten A-Lizenz-Stufe.

Nach einem Freiwilligen sozialen Jahr kam dann auch kurzerhand das Angebot des Bayerischen Tischtennisverbands: Seine Funktion, leitender Verbandstrainer. Zuständig ist Hoffmann für die U-18 bis U-11-Mannschaften Bayerns. Hauptberuflich, versteht sich. Kann man davon leben? Hoffmann lacht und entgegnet: „Ja, das klappt ganz gut!“Er stehe in einem ganz normalen Arbeitnehmerverhältnis samt 38,5 Stunden-Woche.

Manuel Hoffmann: Trainerzukunft ungewiss

Sein Lebensmittelpunkt hat sich daher nach München verlagert. Neben den Lehrgängen und Trainingseinheiten am dortigen Stützpunkt begleitet er die Jugendlichen auch an Wettkämpfen. „Also 15 bis 20 Wochenenden bin ich im Jahr schon unterwegs.“ Doch beinahe im gleichen Atemzug war es wieder zu sehen. Das Lächeln. „Es macht einfach so unglaublich viel Spaß mit den Kindern zu arbeiten. Du erfährst von der ersten Liebe bis zur letzten Note alles und begleitest sie auch beim Erwachsen werden.“ Und auch der Erfolg bleibt nicht aus. Eine Gold- und Bronzemedaille konnte er im Deutschlandpokal mit seiner Jugend bereits erringen.

Doch ob Hoffmann, der parallel an einer Fern-Uni seinen Master macht, nach Vertragsende 2020 weitermacht, steht in den Sternen. „Das weiß ich selbst noch nicht so recht.“ Weiterbilden könnte er sich noch als Diplom-Trainer an der Kölner Sporthochschule, doch auch ein Job im Büro klingt für den Neumarkter lukrativ. „Mal schauen“, sagt er.

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