Darts

180 Gründe! Darum liebt Martin Schuster Darts

Den Fokus voll auf das acht Millimeter hohe Dreifach-20-Feld gerichtet. Die Präzision ist einer der Gründe, warum Bundesliga-Spieler Martin Schuster Darts liebt. Foto: M. Weichmann

Man kennt es als abstruse Mischung aus Show, Party und Leistungssport: Wenn Darts-Legende Phil Taylor und Konsorten ihre Pfeile in die Scheibe ploppen, herrscht in den Hallen Ausnahmezustand. Doch wie es um den deutschen Dartssport aussieht, wird kaum berichtet. Aber dafür gibt es ja uns: Wir haben erfahren, warum Bundesligaspieler Martin Schuster Darts “einfach geil” findet und klären auch, was hinter seinem Spitznamen “The Waffelman” steckt. Game on!

Plop, Triple 20! Plop, Triple 5! Plop 5. Mit seinen drei Darts warf Martin Schuster gerade 80 Punkte auf einem Amateur-Turnier beim TSV Wolfstein im oberpfälzischen Neumarkt. Jeder Spieler wäre hier mit einem solchen Score zufrieden. Und auch Schuster sollte es nach eigenen Aussagen eigentlich sein. “Alles zwischen 70 und 83 ist so mein Level.” Doch seine Miene sagte etwas anderes. Zusammengepresste Lippen, ein langer Atem, gefolgt vom unzufriedenem Kopfnicken. Dass der sportliche Ehrgeiz beim Bundesliga-Darter groß ist, wurde auch im persönlichen Gespräch mehr als deutlich.

Sein halbes Leben spielt Martin Schuster Darts

Seit 15 Jahren spielt Martin Schuster Darts und geht inzwischen mit den Black Birds Kelheim in seine vierte Saison in der Bundesliga. Geld verdient er in Deutschlands Beletage übrigens nicht. “Dort zu spielen war aber schon immer mein Traum.” Und seinem persönlichen Darts-Märchen sollte noch ein weiteres Kapitel hinzugefügt werden. 2016 gewann der 30-Jährige mit seinem Team die deutsche Meisterschaft und holte auch zwei Pokalsiege auf Bundesebene. Doch das reicht dem Altenpfleger nicht: “Ich möchte wieder auf die German Masters”, sagt Schuster selbstbewusst und erinnert sich an frühere Erfolge. Gewonnen hatte er dort einst gegen einen gewissen Kevin Münch, der bei der vergangenen WM mit Adrian Lewis einen der Favoriten aus dem Turnier geschmissen hatte.

“Einfach geil”: Darum fasziniert Martin Schuster Darts

“Darts ist einfach geil”, posaunt der 30-Jährige mit einem breiten Grinsen durch den Raum und erklärt: “Du musst auf den Punkt konzentriert und mental voll auf der Höhe sein. Gerade wenn es mal eng wird, musst du zeigen was du kannst.” Was im rechten Wurfarm des Oberpfälzer steckt ist durchaus beeindruckend. Sein bester Durchschnitt war ein 98er-Average bei einer Competition in Nürnberg. “Da lief aber auch alles glatt.” Viermal steht er zuhause oder bei Turnieren an der Scheibe. Profi-Ambitionen: Fehlanzeige.

Doch einmal fürs deutsche Darts-Team aufzulaufen würde dem gelernten Koch nach eigenen Aussagen “schon sehr reizen.” Apropos, gelernter Koch: Als Schuster bei einem Turnier Waffeln für Kinder bereitstellte, kam eins zum anderen. Seitdem ziert der Rufname “The Waffelman” das Trikot des Bayern. Er selbst “findet’s lustig” und nimmt das nicht ganz so ernst.

Darter mit Herz

Auf die Frage nach seinem Lieblingsspieler kann sich der 30-Jährige nicht so recht festlegen. “Mensur (Anm. d. Red.: Suljovic), Cross, Taylor und mein Mannschaftskollege Sven Seifert”, zählt er auf. Gespielt hat er auch schon gegen den Österreicher Suljovic und Darts-Überflieger Michael van Gerwen. Sein Fazit: “Keine Chance!”

Doch nicht immer steht der Sport für den Altenpfleger im Vordergrund. “Ich bin jemand, der Menschen einfach helfen möchte.” So sammelte er auf Wettkämpfen oder mit Spenden-Aktionen samt Darts-Zubehör Geld für soziale Zwecke. Für ein Kind mit Down-Syndrom kamen so rund 800 Euro zusammen, eine Familie aus Lupburg (Landkreis Regenburg) erhielt gut 1200 Euro und für seine neueste Aktion sammelt Schuster für Selina aus Passau, die mit einem Handicap leben muss. Schuster lässt es sich dann auch nicht nehmen, persönlich den Ertrag bei der Familie vorbeizufahren.

Und dafür sagen wir: Zu 180 Prozent eine tolle Sache. Bei Fragen zu seinen Spendenaktionen nehmt mit “The Waffelman” doch einfach Kontakt auf.

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